Patenpaare

Im Folgenden finden Sie Beschreibungen einiger unserer bestehenden Patenschaften. Wir schützen unsere Patenkinder. Darum sehen Sie hier keine Bilder. Außerdem haben wir die Namen der Kinder geändert. 

Melina und Rosi

Unser Patenkind Melina lebt zusammen mit ihrer Mama im betreuten wohnen, wo der Mama von ihrer Betreuerin zu einer Patenschaft für Melina geraten wurde. Obwohl die Mama am Anfang ein bisschen Angst vor der Patenschaft hatte, hat sie doch den Versuch gewagt, weil ihr bewusst ist, dass sie selbst aufgrund ihrer  geistigen Behinderung ihrem Kind nicht alles geben kann, was es für seine Entwicklung braucht. Als die Mama von Melina dann die Patin Rosi und ihren Lebensgefährten kennen gelernt hat „sind alle Ängste verflogen“ sagt sie. Heute hat sie schon ein sehr enges Verhältnis zu Rosi. Sie vermisst Melina sehr, wenn sie bei Rosi ist. Sie freut sich aber auch sehr, dass Melina Rosi hat und dass sie jetzt auch mehr Zeit für sich selbst hat. Die Patin Rosi beschreibt ihre Patenschaft so:  

„Mein Patenkind Melina ist vier Jahre alt und wir kennen uns nun über ein Jahr. Mit ihrer freundlichen, offenen und neugierigen Art und ihrem Lachen hat sie sehr schnell mein Herz erobert und auch sie hat zu mir sehr schnell Vertrauen gefasst. Wir sehen uns in der Regel alle 14 Tage (manchmal auch jede Woche), und sie übernachtet dann auch bei mir. Inzwischen haben auch mein Lebensgefährte, meine und seine Familie sowie unsere Freunde Melina in ihr Herz geschlossen. Sie gehört an den Wochenenden ganz selbstverständlich dazu, nimmt an Allem teil und es macht sehr viel Spass etwas mit ihr zu unternehmen. Wir gehen auf den Spielplatz, manchmal ins Kindertheater, kochen und backen zusammen oder verbringen die Zeit in unserem Garten. Sie ist eine Bereicherung für mein Leben und ich nehme diese Aufgabe ernst und sehr gerne wahr und bin dankbar, dass wir immer eine schöne Zeit mit ihr haben.“

Berlin, im November 2017 

Irene, Holger und Marvin

Die Patin Irene, die zusammen mit ihrem Mann Holger im März 2015 die Patenschaft für den damals gerade 4 Jahre gewordenen Marvin übernommen hat sagt:

„Wir haben uns für eine Patenschaft entschieden, da wir gerne auch hier in Berlin einen regelmäßigen Kontakt zu einem Kind haben wollten und weil wir wissen, dass es viele Kinder gibt, die alleine bei ihrer Mutter leben oder unter schwierigen Bedingungen groß werden.

Vor ca. 3 Jahren hat uns das patenprojekt dann eine Patenschaft für einen kleinen Jungen vermittelt. Er wollte gleich bei uns übernachten und hat sich gleich sehr wohl bei uns gefühlt. Alle 14 Tage holen wir ihn für das Wochenende zu uns, unternehmen etwas mit ihm, wie z.B. Schwimmen, Klettern, Radfahren, Drachensteigen oder Konzerte für Kinder besuchen. Aber er wird auch ins Essen bereiten, Aufräumen und Tischdecken einbezogen. Holger und er arbeiten auch gerne im Garten zusammen. Marvin interessiert sich für alles, was Holger an Arbeiten erledigen muss.

Unser Patenkind ist ein sehr aufgeweckter und wissbegieriger Junge, der die Wörter Ausdauer und Konzentration allerdings nicht so gerne mag. Wir können ihm viel erklären, lesen Bücher vor oder bauen gemeinsam mit LEGO, DUPLO oder Holzbausteinen. Mit einem kleinen Handwerkskasten baut er liebend gerne kleine Flugzeuge mit Schrauben und Nägeln. Polizei und Feuerwehr nehmen einen großen Raum ein in seinen Spielen. Wir versuchen ihm feste Regeln nahezubringen und motivieren ihn, alles mit Ruhe zu erledigen. Dabei sind wir offen für seine Probleme und die seiner Mama. Kleine Erfolgserlebnisse sind für ihn sehr wichtig, denn Anerkennung stärkt sein Selbstbewusstsein. Manchmal machen wir Musik miteinander, mit Trommel und Kochtöpfen, von Joe Cocker begleitet.

Sehr gerne zieht er im Dunkeln an Holgers Hand mit einer Taschenlampe durch die Umgebung, um Geister zu vertreiben. Vor dem Schlafengehen muss er sich immer unbedingt davon überzeugen, dass da niemand bei uns auf dem Dachboden ist. Und so entwickeln sich viele kleine Rituale, die er jedes Mal wiederholen möchte, wenn er bei uns ist, wie z.B. das Einlegen seiner Lieblings-CD mit Kinderliedern, wenn wir ihn am Sonntag wieder nach Hause fahren. Im letzten Sommer war er eine ganze Woche bei uns. Holger musste arbeiten und ich bin jeden Tag mit Marvin auf unterschiedlichen Spielplätzen gewesen, habe ihn in der Hängematte schaukeln lassen oder im Planschbecken baden. Wir hatten großen Spaß miteinander.

Zur Zeit beschäftigen wir uns viel mit den in der Schule neu erlernten Buchstaben, üben Lesen und Schreiben mit ihm. Marvin rechnet sehr gerne und wir können häufig, wenn wir unterwegs sind, durch kleine Rechenaufgaben einen Bezug zum realen Leben herstellen. Das macht ihm großen Spaß. 

Marvin ist nun inzwischen fast 7 Jahre alt und wir können sagen, dass wir unsern Entschluss Marvin als Patenkind angenommen zu haben nicht bereuen. Auch wenn es manchmal für uns zeitlich ziemlich eng ist, freuen wir uns doch immer wieder sehr auf die Wochenenden mit Marvin. Es ist schön mitzuerleben wie die Bindung zwischen uns immer enger wird und wie gut Marvin sich entwickelt.“

Irene und Holger haben sich für den 14tägigen Rhythmus mit Übernachtung des Patenkindes entschieden, weil das Patenkind am anderen Ende von Berlin wohnt und sowohl Irene als auch Holger berufstätig sind.

Berlin, im Januar 2018 

 

Angelika und Laurie

Angelika ist seit Dezember 2015 die Patin von Laurie. Sie sagt:

 „Nachdem ich mein Berufsleben beendet hatte, habe ich nach einer Alternative gesucht, die mir Spaß macht, aber auch fordert. Da  ich zu dieser Zeit gerade mein erstes Enkelkind erwartete, war es nahe liegend etwas mit Kindern zu machen. Ich überlegte, evtl. in einer Arche o.ä. mitzuarbeiten, als mir eine Freundin den Link vom Patenprojekt schickte.

Nach einer Zeit der Interviews, gegenseitigem Kennenlernen mit Christiane und Silvia vom Patenprojekt war nach ca. einem Dreivierteljahr ein Patenkind gefunden.

Meinem Patenkind Laurie bin ich dann erstmals auf dem Weihnachtsmarkt am Potsdamer Platz begegnet. Es war das vom Patenprojekt organisierte erste Treffen zwischen Patenkind und Patin. Ich war sehr gespannt, weil ich ja nicht wusste wie sich mein neues Patenkind mir gegenüber verhalten wird. Und dann stand Laurie mit ihrer Mama, die ich bereits kannte, vor mir und wir lächelten uns an. Sie nahm mich gleich bei der Hand und wir gingen gemeinsam mit ihrer Mama über den Weihnachtsmarkt. Der Anfang war gemacht, es stimmte gleich zwischen uns.

Das ist nun schon über 2 Jahre her und Laurie ist im Dezember 9 Jahre alt geworden. 

Wenn alles klappt, sehen wir uns jedes zweite Wochenende, an dem sie auch bei mir übernachtet. Dann spielen oder basteln wir und unternehmen viel zusammen. Zum Basteln verwenden wir meist Materialien, die wir im alltäglichen Leben sammeln. So haben wir aus Klorollen ein Puppentheater gebastelt, mit dem wir uns gegenseitig Stücke vorspielen. Oder wir sammeln Verpackungen für unseren Kaufmannsladen.

Da wir beide gern ins Theater gehen, nutzen wir unsere Wochenenden auch dazu oder gehen auf Flomärkte, wo wir meist günstig Spiele kaufen, denn wir spielen auch gern.

Manchmal bringt Laurie auch ihre große Schwester mit oder wir treffen uns mit einer anderen Patentochter und deren Patin. Manchmal sind wir aber auch „in Familie“; mein Sohn, meine Schwiegertochter,  meine Enkelin, Laurie und ich.

Ich finde es sehr schön, dass Laurie sich so selbstverständlich in mein Leben integriert und dass ich am Leben von Laurie teilhaben darf. Es freut mich auch, dass ich ihr andere Sichtweisen zeigen kann. 

Zu ihrer Mama habe ich einen guten Kontakt und wir tauschen uns hinsichtlich Lauries Wohl offen und ehrlich aus. Ich hoffe, dass Laurie noch ganz lange Spaß daran hat zu mir zu kommen und ihren Weg auch mit mir gemeinsam zu gehen.“

Berlin im März 2018

Und die Mama von Laurie sagt zu der Patenschaft:

„Ich bin durch eine Freundin an das Patenprojekt gekommen. Das Kennenlernen mit der Patin war von Anfang an positiv, wir haben uns gleich gut verstanden, somit war mir klar, Angelika passt auch zu meiner Tochter. Die Wochenenden, an denen meine Kleine zu Angelika geht, tun uns allen gut. Heute nach über zwei Jahren ist Angelika nicht mehr weg zu denken aus unserem Leben und ist ein Teil von uns, besonders natürlich von meiner Kleinen.

Jetzt kommt eine etwas schwerere Zeit da Angelika eine schwere Operation vor sich hat. Das wird sich mit Sicherheit in unserem Lebensablauf bemerkbar machen. 

Wie es der Zufall so wollte, kam es vor Kurzem dann dazu, dass auch für meine große Tochter (13 Jahre alt) eine Patin gefunden wurde. Auch da passte es wie Topf und Deckel. Das wird jetzt in der schweren Zeit für die Kleine ein bisschen Trost sein, da auch sie sich mit der Patentante ihrer großen Schwester gut versteht und bei Treffen auch mal mit dabei sein kann. Wir hoffen auf eine noch lange schöne Zeit gemeinsam mit unseren Patinnen und dem Patenprojekt.“ 

Berlin, im April 2018